Gegen 9:00 Uhr morgens steigen wir aus unserem Zug und verlieren uns direkt in den Menschenmengen des Howrah-Bahnhofs. Wir muessen erstmal von Gleis 17 zum Hauptausgang! Waehrend des 5-minuetigen Wegs erspaehen wir zwei weisse Touristen. Kurze Zeit spaeter sind wir zu dritt (mit Hendrik aus Tschechien) und versuchen uns mit den oeffentlichen Verkehrsmittel zur Sudder Street, dem Backpackerviertel Kolkatas, durchzuschlagen. Erste Huerde: Wir brauchen eine Toilette!!! Erste Herausforderung: Auch die Toiletten der Frauen sind ohne Tuer! (Zum Glueck war niemand weiter anwesend). Zweite Huerde: Wo finden wir den Bus und wann kommen wir hinein? Zweite Herausforderung: In Kolkata wird sich tatsaechlich ordentlich angestellt. Unbegreiflich fuer uns, denn die Schlange ist schon so lang, dass mindestens zwei Busse gefuellt werden koennen! Wir ersparen uns die Warterei und anstehende Schubserei und suchen eine andere Moeglichkeit. Wir finden den Uebergang zur Faehre. Fuer 5 Rupien kommen wir nach Kolkata Stadt. Natuerlich war die Faehre auch ueberfuellt, doch das Gedraenge waehrend der Fahrt hielt sich in Grenzen.
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| Eine Bootsfahrt, die ist lustig... Eine Bootsfahrt, die ist schoen. |
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| Abfahrt |
Am anderen Ufer angekommen, gelangen wir nach 10 Minuten Fussweg zu einer Metro Station, fahren bis zur Park Street (5 Rupien) und wenige Minuten spaeter finden wir uns in der Sudder Street wieder. To easy! Hendrik sehen wir spaeter wieder. Fuer heisst es nun nach einem Hostel Ausschau zu halten! Es wimmelt hier nur so von Hotels. Billig und dreckig reiht sich an teuer und dreckig. Das einzige scheinbar saubere Hotel ist leider schon voll - Hotel Galaxy! Wir versuchen es erstmal mit einer etwas teureren Absteige (8 EUR das Zimmer), denn hier gibts mit Sicherheit eine heisse Dusche! Heisse Dusche war auch super, doch wir sind nach der ersten Nacht umgezogen!
Jetzt mal zur Stadt...
Kolkata ist gross, voll, laut, smoggi, dreckig und ueberall wird gebettelt. Leider muessen wir sagen, dass Kolkata bisher die Stadt ist, die mit schwer zuzuordnenden, auesserst unangenehmen Geruechen punktet...leider! Einige Gerueche haben wir immer noch in der Nase und wir sind inzwischen schon abgereist!!!
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| Wo sind wir nochmal? Muelleimer wie diese sind in Kolkata leider selten... |
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| Stuhltanz |
Kolkata hat zudem nicht unbedingt viele sehenswerte Sehenswuerdigkeiten zu bieten (jedenfalls fuer uns nicht). Gesundheitlich angeschlagen (Erkaeltung), haben wir uns fuer zwei entschieden:
Das
Victoria Memorial wurde zu Ehren der verstorbenen Queen Victoria gebaut. Ganz in weiss und komplett aus Marmor macht das wirklich was her. Wir haben uns aber die Menschenmassen innerhalb des Gebaeudes erspart und uns nur gemuetlich im Park rund ums Gebaeude aufgehalten. Das war entspannter und zudem wesentlich guenstiger! :-)
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| Victoria Memorial |
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| Fast wie das Taj, aber nur fast...:-) |
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| Bilderraetsel: Wo ist der Fehler??? |
Kurz vor Sonnenuntergang ging es in unser Viertel zurueck. Zu Fuss wanderten wir quer durch die verwinkelten Strassen Kolkatas und verzichteten diesmal auf die U-Bahn. Das Leben auf den Strassen ist wirklich heftig: Egal ob Bettler, Behinderte, Entstellte oder Drogensuechtige (ja, man kann beim Konsum quasi zuschauen!), hier wird man als Tourist definitiv nicht geschont und es entgeht einem wirklich nichts! Es ist, als waere man in einer anderen Welt. Schockierend ist auch die Art und Weise, wie sich die wohlhabenderen Inder hofieren lassen. Ein extremes Beispiel ist da die "Menschen-Rikshaw". Meistens sind es alte und gebrechliche Herren, die wie ein Zugpferd vor den Karren gespannt werden. Unglaublich:
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| Immer in Eile... |
Der Staub, der die Strassen umgibt, liegt dir schon nach kurzem schwer auf der Lunge und wir fragen uns: "Wie machen das die Leute, die hier auf der Strasse leben...?" Der Anblick von Armut und Dreck ist in Indien nicht auszuschliessen, doch so geballt haetten wir es uns in Kolkata nicht vorgestellt. Kinder ohne Kleidung am Leib, Haare wild verknotet und der Koerper schwarz vom Dreck. Kuehe, die Papierreste und Plastik kauen und Hunde, die sich mit Kuhmist zufriedengeben. Dazwischen Schweine, Katzen, Huehner und Ziegen, die sich mit den Menschen, Kuehen und Ratten die Strasse teilen.
Der Weg zuruck ins Backpackerviertel (das nicht wesentlich anders aussieht) war eindrucksvoll und traurig zugleich. So kann man Kolkata ziemlich genau beschreiben. Eine eindrucksvolle Stadt, die mit ihrem U-Bahn und Strassenbahnsystem Dehli um nichts nachsteht. Der englische Einfluss ist in der aeltesten Stadt Indiens nicht zu verkennen und springt einem ueberall ins Auge. Doch auf der anderen Seite ist auch diese indische Grossstadt ein Sammelbecken fuer die Armen, die von so wenig leben, dass wir es uns nicht vorstellen koennen. Ihr merkt schon...die Stadt hinterlaesst einen faden Beigeschmack und sollte jeden Besucher nachdenklich stimmen. Und so scheint es unter all den Menschen diejenigen zu geben, die wie wir mehr oder weniger im Elfenbeinturm aufwachsen und dann gibt es Jene, die als Strassenkinder in den Strassen Kolkatas gross werden. Das Los der Geburt entscheidet. So einfach ist das leider manchmal.
Nach zwei Naechten verlassen wir die Grossstadt mit einem Zugticket nach Bodhgaya, dem Buddhisten-Walfahrtsort schlechthin. Die Stadt liegt in einem der aermsten Bundestaedte Indiens, Bihar. Mal sehen, was uns dort erwartet...
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