Sonntag, 22. Dezember 2013

Hampi - In einem Land vor unserer Zeit

In der Nacht zum 18. Dezember haben wir uns auf den Weg nach Hampi gemacht. 10 Stunden Bus fahren! Reisebusse sind hier in Indien nicht immer zu empfehlen, vor allem in der Nacht sind den wohl geschwindigkeitssuechtigen Busfahrern keine Grenzen gesetzt. So bangten wir auch waehrend dieser Fahrt nicht nur um unsere Gesundheit - da der Busfahrer die Tuer auch nach wiederholter Aufforderung verschiedenster Mitfahrer nicht schliessen wollte und somit gefuehlte 10 Grad inkl. einer steifen Briese herrschten - auch um unser Leben haben wir manchmal tatsaechlich ein bisschen Angst...!

Gut, da wir am Busbahnhof zwei Deutsche getroffen haben, die uns bei einem Chai die nervigen und besonders anhaenglichen Rikshaw-Fahrer Hampis voraussagten, fuehlten wir uns gewappnet fuer das, was auf uns zukommen mag... dachten wir. Kaum in Hospet angekommen (der letzte Stop vor Hampi, ca. 10 Minuten Fahrt!!!) wurden wir mit bestimmt 20 froehlich und ergeizig mit Visitenkarten in den Haenden, gegen die Scheiben haemmernden Rikshaw-Fahrern begruesst (es war kurz nach 6 in der Frueh). Wir haben uns nicht aus dem Bus bewegt, denn auf Rikshaw-Fahrer haben wir so gar keine Lust mehr... In Hampi angekommen, das gleiche Schauspiel.

Doch auf dem Weg heraus springt uns ein bekanntes Gesicht entgegen. Alice begruesst uns freudestrahlend. Super, zu viert Hampi unsicher machen, besser gehts nicht :-)


Die Suche nach einem Guest House gestaltete sich in dem beschaulichen Hampi einfacher als erwartet. Nach einem kurzem Anruf kommen wir im selben Hostel unter wie Alice und James. Nach dem Spiessrutenlauf durch ein nicht enden wollendes Spalier aus Rikshaw-Fahrern erreichen wir endlich das Zentrum und das dahinterliegende Flussufer. Nach einem gemeinsamen Chai sitzen wir daraufhin mit etlichen Backpackern und ein paar wenigen Einheimischen auf einem kleinen Kutter, der uns in Schneckengeschwindigkeit zum gegenueberligenden Ufer faehrt...

Kurze Zeit spaeter treffen wir auf dem Grundstueck von Mr. Manju ein, einem kleinen, dicklichen Inder mit Fliegerbrille und Schnauzbart. Fuer schlappe drei Euro wohnen wir fuer die naechsten drei Tage in einer seiner Lehmhuetten. Bad und Duasche muessen wir uns mit den anderen Gaesten teilen, aber das ist kein Problem.
Leider hat Gregor das Foto versaut.. In Indien wird auf Fotos normalerweise nicht gelaechelt :-)
So wird das gemacht...


Uebermuedet aber gluecklich beziehen wir die Huette, fruehstuecken kurz und ueberlegen, wie wir Hampi, die umliegende Landschaft und die Ruinen am besten erkunden koennen. Jamies Augen erspaehen ein Mofa (Mit dem Hintergedanke das Alice faehrt: Jamie hatte 3 Begegnungen mit Rollern, alle drei endeten mit einem Unfall!).

Die Mofagang auf dem Weg zur Faehre...
Warten auf die Faehre...

Kurze Zeit spaeter weht uns der Wind durchs Haar und wir finden uns in einer Landschaft aus Seen, unwirklich ausschauenden Felsformationen und Reisfeldern wieder! Schon auf den ersten Kilometern hinter Hampi kommen wir uns vor wie in einem Land vor unserer Zeit. Jurassic Park laesst gruessen...Nur Little Foot und seine Freunde fehlen:-). Auch in den Doerfern scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Menschen hier leben ausschliesslich von der Landwirtschaft. Trotz des einfachen Lebens scheinen die Leute ganz zufrieden und laecheln uns an und winken. Vielleicht lachen sie aber auch wegen unseren ultracoolen Mofas, die so antik sind, dass nicht mal die Inder damit fahren...Schade, dass wir euch den Sound unserer Hupe nicht uebermitteln koennen... Klang wie ne verschnupfte Badeente... :-) Natuerlich kommt gerade in solchen Orten das Essen nicht zu kurz. Den auf unserer Reise bisher besten Thali (hier mal der Link zur Wikipediaerklaerung: http://de.wikipedia.org/wiki/Thali)  hatten wir hier. Serviert auf einem Bananenblatt...


Immer schoen die Haende vorher sauber machen, Besteck gibts ja nich :-)

Zwischen unseren Easy Rider Roadtrips haben wir uns natuerlich auch die historischen Ruinenlandschaften und Tempel angeschaut. Besonders cool war ein Felstempel, bei dem uns ein Moench durch enge Felsspalten und Hoehlen navigierte.


Seit fuenf Jahren Moench.

Unheimlich, aber irgendwie auch mystisch und schoen. Unser zeitweiliger Begleiter (der Rastafari-Moench) fuehrte uns in eine Hoehle, in der bei Tag schon kaum Licht ankommt. Innendrin sehen wir einen kleinen Altar, verziert mit einem Foto Vishnus (einer der 3 Hauptgoetter). Neben dem Felsaltar steht eine kleine Schuessel mit Milch. Der Moench erklaert, dass er Mitternachts in die Hoehle kommt, um nicht nur Vishnu anzubeten, sondern auch eine drei Meter lange Cobra, die ihm dann Gesellschaft leistet und die Milch trinkt. Ooookay: na dann mal schnell wieder raus:-).

Besonders schoen war auch der Hanuman Tempel, der ganz friedlich auf einem Berg zu liegen scheint (570 Stufen bis hoch).


Auf dem Felsen von Hanuman..
Postkartenmotiv, oder?

Der Schein truegt...So schoen der Weg dahin ist und so lohnenswert der Blick ins Tal. Ueberall wo wir auch stehen, sind auch die Affen. Ueberall. Und die sind alles andere als zimperlich und scheu. Einer der Banausen hat Yasmina sogar geschuppst :-). Anderen Touris wurden gar Taschen und Wasserflaschen geklaut. Naja, lustig war es trotzdem...


Ganz schoen frech, die Kleenen...(Ist hier aber nur ein Babyaffe)

Schoene und lustige drei Tage waren es auf jeden Fall. Alice und James werden wir wohl spaetestens beim Trekken in Nepal wiedersehen. 

Nun gehts ueber Weihnachten wieder nach Goa an den Strand, bevor wir erneut ins Inland aufbrechen.

PS: Man is dit schoen kein Stress mit den Weihnachtsgeschenken zu haben...aber leider bekommt man auch keine :-(.
Oki Doki! Machts gut und bis zum naechsten Eintrag. Die Klickzahlen sind hervorragend. Danke fuers fleissige Lesen und/oder Bilder gucken:-)


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