Um Kolkata mit dem Nachtzug zu entrinnen, mussten wir unser Sitzfleisch noch ganz schoen auf die Probe stellen. Statt wie geplant um 22 Uhr fuhren wir dann aus unersichtlichen Gruenden erst um 1 Uhr los!
Die Warterei sollte sich allerdings lohnen. Nachdem wir uns am Bahnhof in Gaya mit den ueblichen Verdaechtigen (Rikshaw-Fahrern) rumgeaergert haben, stiegen wir kurze Zeit spaeter erschoepft, aber gluecklich im buddhistischen Walfahrtsort Bodhgaya aus. Eines springt uns bei der Ankunft sofort ins Auge: Orangefarbene und dunkelrote Roben soweit das Auge reicht....Kurz um, ueberall Moenche :-)
Die Moenche aus Bodhgaya kommen aus dem gesamten asiatischen Raum. Ob Tibet, Nepal, Buthan, Burma, Thailand, China, es sind fast alle asiatischen Laender mit einem Tempel inklusive angrenzendem Kloster vertreten. Und so fruehstuecken wir bei der Ankunft mal nicht die typischen Dosas, Pongals und Puris, sondern tibetanische Tingmo's (gedampftes Brot) mit Erdnussbutter Dip im Tibet Om Cafe. Das war sooo lecker :-).
Zum Mittag gibts dann auch mal ganz exotisch buthanesische Kueche in einem der unzaehligen Zeltrestaurants. Interessant, lecker und scharf bis unglaublich scharf. Wer hat nochmal behauptet das Essen in Sri Lanka sei das schaerfste Asiens?! Seht selbst :-)...
| Hot Hot Hot! |
| Unter Strom...:-) |
| Schaerfe ueberlebt! |
Nachdem wir uns den ersten Tag in Mohamed's Guesthouse einquattiert haben, entscheiden wir uns in einem der zahlreichen Moenchskloster unterzukommen. Wir haben Glueck. Nach zwei Absagen, weil es in diesem Monat in Bodhgaya einfach immer noch von Moenchen wimmelt, bekommen wir dann doch noch einen Platz im tibetanischen Karma Tempel. Im Gegensatz zu Mohamed's Guesthouse, dass zwischen Lehm- und Wellblechhuetten der doch sehr armen, aber freundlichen Dorfgemeinde stand, befindet sich unser jetziges zu Hause etwas Abseits. Hinter einem riesigen Tempel, der uns mit seiner goldenen Buddhastatue und der vielen bunten Deko sofort fuer sich gewonnen hat, stehen die Klosterwohnhaeuser. Es ist nichts besonderes, das Badezimmer wird geteilt und es hat ein wenig Jugendherbergsscham, aber es ist ruhig und alle sind sehr hoeflich zueinander.
| Home sweet home |
| Karma Tempel von Innen |
| Ueberzeugt vom Gesamtpaket Klosterwohnanlage! |
Die Tage in Bodhgaya vertreiben wir uns mit Tempelbesuchen, Essen, Tempelbesuchen, Essen und nochmals Tempelbesuchen. Vor und in den Tempelanlagen erwartet uns dann aber doch Indien pur: Viele Bettler, mit den schlimmsten Berhinderungen, die man sich so vorstellen kann. Nach den ganzen Wochen in Indien sind wir allerdings laengst nicht mehr so geschockt wie zum Anfang. Mitleid hat man trotzdem. So viel Kleingeld koennen wir als Touries aber nicht in der Tasche haben, um jeden Beduerftigen gluecklich zu machen.
Die Tempel an sich gefallen uns alle ganz gut. Im Vergleich zu den Hindu-Tempeln sind die Buddhisten-Tempel weniger bunt, weniger laut: im Prinzip weniger aufdringlich.
Auch aus diesem Grund sind wir mindestens einmal taeglich im Mahabodhi-Tempel.
Und aus einem weiteren Grund....Wir wollen, brauchen, muessen uuunbedingt ein Blatt vom Bodhi-Baum mitnehmen. Problem eins: Der Baum ist an seiner niedrigsten Stelle 2,50m hoch. Problem zwei: Jeder Buddhist wuerde uns aus dem Tempel jagen, wenn wir uns ein Blatt abreissen wuerden. Woran wir aber natuerlich nicht gedacht haben! Das haetten wir mit unserem Gewissen dann doch nicht vereinbaren koennen. Problem drei: Gemaess dem seltenen Fall, dass wirklich mal ein Blatt runterfaellt, kann man sich sicher sein, dass sich nicht nur ein Buddhist draufstuerzt. Und irgendwie haben die Moenche das Blatt ja auch mehr verdient als wir.
ABER: Am vierten Tag in Bodhgaya hatten wir doppeltes Glueck. Morgenstund hat naemlich Gold im Mund! JA, wir haben uns frueh um 6 Uhr aus dem Bett gequaelt! Und so fallen waehrend des Morgengebets im Abstand von 20 Minuten fast vor unserer Nase unbemerkt zwei Blaetter zu Boden (jetzt kriegt die Muddi auch eins ab... :-)). Vielleicht liegts daran, dass Yasmina kurz vorher von einem Moench geherzt wurde?! :-). War jedenfalls ein schoenes Erlebnis.
Die Tage in Bodhgaya vergingen wie im Flug und haben uns wirklich gut getan. Neu eingekleidet - der obligatorische tibetanische Schal, der uns jetzt ueber die immer kaelter werdenden Abende bringen soll, war natuerlich ein Muss. Und jaaa, er ist herrlich warm und unsere Vorfreude auf Nepal steigt mit diesem Accessoire (Gregor wird hier ausgenommen! Is ja rein praktischer Natur so nen Schal! :-) ) nur noch mehr.
Jetzt setzen wir uns erstmal in den Bus nach Varanasi. Wiederum eine der heiligsten Staedte Indiens, diesmal jedoch fuer die Hindus. Was uns da wohl erwarten wird...?
Hallo ihr beiden,
AntwortenLöschenschön von euch zu lesen! In Bodhgaya hat es uns auch ausserordentlich gut gefallen, aber auch Varanasi war ein absoluter Flash für sich. Mann mann mann ihr kommt aber voran und die Zeit geht auch dahin. Ich bin ehrlicherweise schon ein bisschen traurig, das wir am Ende sind mit unserer Reise. Freue mich aber doppelt für euch das ihr noch so viel vor euch habt. Lasst euch nicht von eden Verrückten da drüben ärgern, die Leute hier erscheinen einem nach den ganzen Erlebnissen noch viel verrückter.
Passt auf euch auf.
Philipp
Hey Philipp,
LöschenGesundheit geht vor und die naechste Reise kommt bestimmt! Ihr habt das so ganz richtig gemacht... Und wir machen einfach alle zusammen ne ausgiebige Fotosession, wenn wir wieder da sind :-)
Wir versuchen aufm Teppich zu bleiben, doch nach 5 Tagen Varanasi geht das mit den Verrueckten schon irgendwie... aber irgendwie auch... naja.. ihr wisst ja was das los ist! Blue Lassi Shop Ahoi :-) Ohje... Sind gespannt auf das was uns zuhause erwartet... :-)
Moinsen,
AntwortenLöschenalso zum 1. Foto des Tages. Sicher das ihr wisst, was Ihr da gegessen habt? Also als Mann kriegt man beim Anblick des Fotos ja ein unangenehmes Gefühl! :-D ... Aber Hauptsache es schmeckt!
Immer schön die Ohren steif halten!
MfG und ein "Helau" ;-) an Yas
Helau.. Helau.. Helau.. :-)
LöschenDibo, wenn Du das bist, dann weiss ich das sehr zu schaetzen.. dieses "Helau"!!! :-)
Viele Druecker in die Stadt mit dem sogenannten "Alaaf"...